Presseschau, Mittwoch, 13. August 2014 04:51

Mafia- und Drogengeschäfte im BIP

Zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) sollen künftig auch illegale Geschäfte gezählt werden. "Vor dem Hintergrund der steigenden Anforderungen an die Vergleichbarkeit des BIP hat die Europäische Kommission die Mitgliedsstaaten nun aufgefordert, auch verbotene Produktionsaktivitäten spätestens ab September 2014 in das BIP einzubeziehen. Konkret geht es dabei um Drogen, Schmuggel und Prostitution", teilt das Statistische Bundesamt mit. 

Nachhaltigkeitsexpertinnen vermuten, dass die Entscheidung nicht der statistischen Vergleichbarkeit, sondern dem Druck der Ratingagenturen geschuldet ist und die EU-Staaten kreditwürdiger erscheinen lassen soll. Sie verweisen darauf, dass viel bedeutendere Sektoren wie die Haus-, Erziehungs- und Fürsorgearbeit zu großen Teilen nicht ins Bruttoinlandsprodukt eingehen, und regen eine Debatte über die generelle Legitimation des BIP als Wohlstandsindikator an. 

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