Presseschau, Freitag, 31. Juli 2015 00:59

Narrative gesellschaftlichen Wandels

Wer in der deutschen Gegenwart nur selbstzufriedenes "Neo-Biedermeier" sieht, unterschätzt progressive, öko-soziale Veränderungsanliegen. Der Wille zum Wandel ist ist lokaler und pragmatischer geworden und findet eine neue Sprache.

Das ist das Ergebnis einer Studie für das Denkwerk Demokratie mit dem Titel "Progressive Politik in pragmatischen Zeiten: Politische Narrative gesellschaftlichen Wandels". Untersucht wurden Diskursräume jenseits der politisch-medialen Eliten-Arena. Im "anarchischen" Diskursraum Internet, in Regionalzeitungen, Magazinen und Zeitschriften und in der Kunst-, Theater- und Musikszene fanden die Autoren eine Reihe von breit geführten Veränderungserzählungen mit progressiver Stoßrichtung.

Sie sind auf fünf Narrative gestoßen, in denen gefragt wird, "wie wir leben (und arbeiten) wollen", wie die "Stadt der Zukunft" aussehen soll, wie eine "Vielfalt selbstbestimmter Lebensformen" oder "digitale Menschenrechte" durchgesetzt werden können. Die Autoren arbeiten mit Bildern wie dem "Ausstieg aus dem Hamsterrad" oder dem "Dorf" als Metapher für neue Gemeinschaften. Es entsteht das Bild einer Gesellschaft, in der lebhaft um alternative Lebensmöglichkeiten gerungen wird und eine "praktische Systemkritik" weitergeht.

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