Presseschau, Freitag, 27. April 2018 14:05

Energiesparmaßnahmen wirken anders als gedacht

Häufig lohnt sich der Aufwand für Energiesparmaßnahmen an und in Gebäuden weder finanziell noch umweltpolitisch, weil die Einsparversprechen der Techniker und Ingenieure weit übertrieben sind. Das legen neue ökonomische Studien aus den USA nahe. So ergab eine Untersuchung der Wirkung von Bauvorschriften zur Energieeffizienz in Kalifornien: Strengere Regeln sorgen dafür, dass die unteren 40 Prozent in der Einkommensverteilung sich mit weniger Wohnraum bescheiden und – nur dadurch – weniger Energie verbrauchen. In der oberen Hälfte sinkt die Wohnflächennutzung kaum, der Energieverbrauch gar nicht. Insgesamt ergibt sich, dass die Bauvorschriften keinen Einfluss auf den Gasverbrauch haben und den Stromverbrauch nur geringfügig reduzieren. Der Wert der Häuser der weniger gut Betuchten sinkt, wenn sie nach strengeren Bauvorschriften gebaut wurden, derjenige der Reicheren steigt. Auch eine Metastudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass Effizienzgewinne sich häufig in höherem Komfort statt in weniger Energieverbrauch äußern. Das Ziel des "Klimaschutzplans 2050" der Bundesregierung, den Anteil des Gebäudebestands an den gesamten Emissionen von derzeit 30 Prozent auf nahe null zu senken, wäre mit den neuen Forschungsergebnissen infrage gestellt.

Weiterlesen (€): Energiesparmaßnahmen halten nicht, was sie versprechen