Presseschau, Sonntag, 12. März 2017 22:02

Von der Energiewende zur Wachstumswende?

"Urbane Mittelschichten ernten die Früchte der Energiewende in Form von Ökostrom und einem grünen Gewissen", sagt der Ökonom Niko Paech. "Die Folgen werden auf die Landschaften und die Menschen in der Region abgewälzt." Der Klimawandel lasse sich nur mit Reduktion aufhalten, so der bekannte Wachstumskritiker. Dagegen setzt der Ökostrompionier und Vorstandsvorsitzende der Naturstrom AG Thomas Banning auf die grüne Wirtschaft. In Düsseldorf haben beide nun auf Einladung von Naturstrom über Sinn und Unsinn der Energiewende diskutiert.

"Es existieren keine klimaschonenden Produkte oder Technologien – nur klimaschonende Lebensstile", betonte Paech. Am Ende zähle die CO2-Bilanz – und die müsse jeder von elf auf 2,5 Tonnen senken. Banning betonte dagegen die unternehmerische Suche nach gangbaren Wegen: "In der Realität denken die meisten Menschen zuerst an sich. Wir müssen diesen Egoismus der Einzelnen bedienen – und so die Welt retten." Es sei die Aufgabe grüner Unternehmen, alternative Lebensstile zu ermöglichen, die zumindest schrittweise den Ressourcenverbrauch reduzieren könnten. Peach bestand auf seiner Kritik an der grünen Wirtschaft: Nur wenn diese in eine "Logik des Weniger" eingebettet sei, nutze sie wirklich der Umwelt.

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