Presseschau, Sonntag, 19. Juni 2016 04:47

Schwachstelle der Postwachstumsdebatte

Die wachstumskritische Bewegung setzt sich noch zu wenig mit Konzepten aus dem "globalen Süden" und mit den Auswirkungen ihrer eigenen Vorschläge auf die dortigen Gesellschaften auseinander. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts an der Universität Marburg. Der "Norden" und besonders Deutschland sollten auf der Suche nach Konzepten für eine Postwachstumsgesellschaft stärker von den Erfahrungen sozialer Bewegungen im Süden lernen, schreiben die angehenden Wissenschaftlerinnen. Einflussmöglichkeiten auf globale Strukturen für eine Nord-Süd-Kooperation würden meist ungenutzt bleiben, was unter anderem dazu führe, dass westliche Wissenssysteme dominieren. Lösungen für globale Herausforderungen würden sogar oft von postkolonialen Überlegenheitsgedanken beherrscht. Angesichts von Kolonialismus und der "ökologischen Schuld" des Nordens gegenüber dem Süden komme es aber darauf an, sich auf Augenhöhe zu begegnen und gemeinsam an Konzepten zu arbeiten.

Weiterlesen: Postwachstum – ein globales Konzept?