Presseschau, Dienstag, 07. April 2015 08:56

Unternehmer für eine "reduktive Moderne"

Dass unbegrenztes Wachstum auf einem begrenzten Planeten nicht möglich ist, setzt der Bundessprecher der Vereinigung Grüne Wirtschaft Österreich, Volker Plass, voraus. Aber auch "nachhaltiges" oder "grünes Wachstum" sei eine Illusion, betont der Unternehmer in einer Veröffentlichung des Verbandes. Ebensowenig könne, zumal im globalen Rahmen, die Ausweitung der Dienstleistungsgesellschaft eine Lösung sein. Die Schlussfolgerung für den Verbandschef, der auch Mitglied im Bundesvorstand der österreichischen Grünen ist:

"Eine Lösung der ökologischen Probleme kann nur in einer 'reduktiven Moderne' liegen. Der Ruf nach Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist gleichzusetzen mit dem Ruf nach Genügsamkeit und materieller Bescheidenheit. Wir werden in Zukunft mit deutlich weniger auskommen müssen, wir werden sesshafter leben und uns vegetarischer ernähren, wir werden unsere Produktions- und Wegwerfgesellschaft in eine Weiterverwendungs- und Reparaturgesellschaft verwandeln."

Das bedeute womöglich nicht einmal mehr Verzicht, sondern nur eine andere Form von Verzicht. Jedoch sei es die "ehrliche Wahrheit", dass die Prinzipien Reduktion und Widerstandsfähigkeit die kommenden Jahrzehnte prägen werden. "Wesentliche Ziele der Transformation in eine reduktive Moderne sind erstens die Bewahrung zivilisatorischer Errungenschaften wie Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung", schließt Plass. "Zweitens sollen marktwirtschaftliche Lösungen angestrebt werden, innerhalb derer innovative Unternehmen eine wesentliche Rolle spielen."

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