Presseschau, Sonntag, 22. März 2015 23:35

Nationaler Wohlstandsindex vorgeschlagen

Der Zukunftsforscher Horst Opaschowski hat eine neue Definition von Reichtum gefordert. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hatte vergangene Woche angekündigt, für den nächsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vor allem den Reichtum zu durchleuchten. Dabei werde es "wieder nur um Zahlen, Geld und Güter gehen", kritisierte Opaschowski. Im Leben zähle jedoch auch der gefühlte Wohlstand. Opaschowski schlägt einen "Nationalen Wohlstandsindex" (NAWI) vor, den er mit anderen am Hamburger Sozialforschungs-Institut Ipsos entwickelt hat. Der Index berücksichtigt auch ökologische, gesellschaftliche und individuelle Aspekte. Seit 2012 wurden dazu 20.000 Menschen ab 14 Jahren in ganz Deutschland befragt.

Vor zwei Jahren hatten im Bundestag Abgeordnete aller Fraktionen ausführlich mit Experten über Alternativen zur Wohlstandsmessung diskutiert. Die Enquetekommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" sollte das Bruttoinlandsprodukt um ökologische, soziale und kulturelle Indikatoren ergänzen. Sie konnte sich aber nicht einigen. Ein Set mit zehn Leitindikatoren, neun "Warnlampen" und einer "Hinweislampe", das vor allem von Union und SPD getragen wurde, lehnten Grüne und Linke als "Indikatorenwirrwarr" und "nicht breit kommunizierbar" ab. Die Union wiederum wies die Vorschläge der Opposition zur Senkung des Rohstoffverbrauchs zurück.

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