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Heft 1: Kreisläufe

In einer begrenzten Welt sind Ressourcen nur begrenzt verfügbar. Statt weiter gewaltige Summen für glitzernde Wolkenkratzer und Spekulationsgeschäfte zu verschwenden, müssen sie jetzt in die Energie- und Verkehrswende und in eine Kreislaufwirtschaft investiert werden. 
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Heft 1: Kreisläufe – Kommentare, Montag, 06. Oktober 2014 23:46

Besser über die tatsächlichen Verhältnisse informieren

Sehr geehrte Damen und Herren, herzlichen Dank für Ihre hoffnungsvolle Initiative. Wir haben eben aus der Zeitschrift enorm Ihren ersten Brief zur Transformation entdeckt und voller Freude und Interesse gelesen. Da Sie auch schreiben, dass Sie an einer Debatte mit den Lesern interessiert sind, hier ein erstes Feedback:

Um gegen den neoliberalen Mainstream bestehen zu können und eine Diskussion auf breiter Basis in Gang zu setzen, die auch Chancen auf einen Umschwung eröffnet, wird es hilfreich sein, wenn dem Ganzen eine Basis gegeben wird, die idealerweise weltweit trägt. Glücklicherweise gibt es dies schon. Es handelt sich um das Projekt Weltethos, entwickelt von Prof. Hans Küng, zuerst veröffentlicht 1980. Der Weltrat der Kirchen hat sich 1993 auf seiner Tagung in Chicago darauf verständigt. Durch das InterAction Council unter Leitung von Helmut Schmidt wurde eine Erklärung zum Weltethos 2001 vor die UNO gebracht. Es gibt hierzu vielfältige Aktivitäten weltweit. Daher mein Vorschlag, dass Sie auf die Stiftung Weltethos zugehen und hier ein gemeinsames Vorgehen abstimmen.

Eine breite Diskussion, wie Sie sie vorschlagen, wird auf heftigen Widerstand treffen. Mehrheitlich sind Parteien, Gewerkschaften, Medien auf neoliberalem Kurs und machtpolitisch fest im Griff der Herrschenden. Um dagegen etwas Gewaltfreies und eine Mehrheit überzeugendes Neues zu setzen, bedarf es vor allem vieler und besserer Informationen über die tatsächlichen Verhältnisse. Dazu zähle ich vor allem folgende Bücher: Naomi Klein "Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus", Matthias Weik und Marc Friedrich "Der größte Raubzug der Geschichte" sowie "Der Crash ist die Lösung", Glenn Greenwald "Die globale Überwachung". Und dazu die Hintergrunddarstellung zu Bertelsmann "Militarisierung im digitalen Zeitalter".

Diese heftigen Bücher beschreiben recht gründlich, wo wir uns befinden. Von dort aus heißt es nach Hoffnungen zu suchen, so wie Sie dies ja auch vorhaben. Hoffnungsvolle Elemente sehe ich, neben Ihrer Initiative, an folgenden Stellen: In der ökologischen Landwirtschaft gemäß Demeter/Bioland/Naturland, in der Gemeinwohl-Ökonomie nach Christian Felber, in der Bewegung zum bedingungslosen Grundeinkommen, in einer für jeden Menschen nötigen Möglichkeit zur Potenzialentfaltung anstelle der derzeitigen maximalen Ressourcennutzung nach Prof. Gerald Hüther, in der Transition-Initiative, in den alternativen Banken wie GLS, Umweltbank, Triodos-Bank und in den vielfältigen Aktionen und Aktivitäten diverser Online-Netzwerke wie Attac, Campact, Avaaz, Change.org, .ausgestrahlt, Pro Asyl, ISW München, Nachdenkseiten sowie in den Kirchen.

Daher mein weiterer Vorschlag, möglichst viele der Genannten anzusprechen bzw. miteinzubeziehen. Es ist ein wenig wie David versus Goliath, aber ich stimme Ihnen vollständig zu, dass es jetzt und hier beginnen muss.

Mit den besten Grüßen
Herbert Wekel

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