Glossar

Agro-Treibstoff, Agro-Kraftstoff

Agro-Treibstoffe sind flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Zu unterscheiden sind

Agro-Benzin, das aus Stärke durch Fermentation hergestellt wird – etwa aus Weizen, Roggen, Zuckerrüben oder Zuckerrohr;

Agro-Diesel, der aus der Umesterung eines Pflanzenöls hergestellt wird – etwa aus Raps, Soja, Sonnenblumen oder Ölpalmenfrüchten;

Agro-Gas, das durch die Vergärung von Biomasse jeder Art hergestellt wird. Zumeist allerdings wird dieser Energieträger zur Stromproduktion benutzt – das Betanken etwa von Erdgasfahrzeugen ist prinzipiell möglich, aber eher unüblich.

Nach dem Biokraftstoffquotengesetz muss seit 2007 ein Teil der zum Transport bestimmten Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen stammen, die EU will diesen Anteil bis 2020 auf zehn Prozent steigern.

Die zuerst sehr optimistischen Annahmen über die Nachhaltigkeit von Agrokraftstoffen mussten im Laufe der Jahre immer weiter korrigiert werden. Nur wenige Arten von Agrosprit sind in der Gesamtbilanz umweltfreundlicher als Benzin.

Sowohl die Rohstoffe zur Herstellung des Agro-Kraftstoffe als auch nach Deutschland importiertes Agro-Benzin oder Agro-Diesel müssen seit 1. Januar ein Nachhaltigkeits-Zertifikat nachweisen. Dadurch soll ausgeschlossen werden, dass Regenwald abgeholzt und zu Treibstoff-Produktions-Flächen umgebaut wird.

Agro-Kraftstoffe werden häufig als Bio-Kraftstoffe bezeichnet. Allerdings steht "Bio" hier nur für die pflanzliche Herkunft der Ausgangsstoffe und keineswegs für Bio-Anbau. Im Gegenteil werden die Pflanzen in der Regel in umweltschädlichen Monokulturen angebaut. Besonders bei Ölpalmen und Soja sind damit großräumige Umweltzerstörungen verbunden.

Umweltinstitut München: Agrartreibstoffe

Wikipedia: Biokraftstoff

anthropogen

= vom Menschen verursacht, beeinflusst oder hergestellt. Mitunter wird auch der deutsche Begriff "menschengemacht" verwendet.

Atmosphärischer Raum

Der atmosphärische Raum oder Umweltraum ist die Gesamtheit der Ressourcen, die nachhaltig genutzt werden können – das heißt, ohne dass sie unwiderrufbar verbraucht werden oder künftigen Generationen eine Umwelthypothek aufgebürdet wird, wie sie der globale Klimawandel darstellt. 

Im Falle der Atmosphäre heißt das, dass der nutzbare "Raum" aus der Hälfte des heute emittierten Kohlendioxids besteht. Das ist jener Anteil, den Biosphäre und Ozeane aufnehmen, der also nicht in der Luft verbleibt und somit nicht zur Verstärkung des Treibhauseffektes beiträgt. Pro Jahr und Kopf der Weltbevölkerung sind das zwei Tonnen Kohlendioxid. In Deutschland liegen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen aber bei zehn Tonnen; rechnet man die übrigen Treibhausgase als Kohlendioxid-Äquivalente ein, sind es es sogar zwölf Tonnen.

Wikipedia: Umweltraum

 

Atomkraft

Weltweit gibt es 434 Atomreaktoren in 30 Ländern, das sind 17 Reaktoren weniger als 1997. Die installierte Gesamtleistung summiert sich auf 371.000 Megawatt (Stand: August 2013) – das sind rund 15 Prozent des weltweit produzierten Stroms. Zum Vergleich: Erneuerbare Quellen decken heute schon rund 20 Prozent des Weltstrombedarfs.

Das Land mit dem größten Atomstrom-Anteil ist Frankreich – 78 Prozent des dort verbrauchten Stroms wurden 2011 aus der Kernspaltung gewonnen. 

In Deutschland erzeugten die noch verbliebenen neun Atomkraftwerke im Jahr 2013 rund 92 Milliarden Kilowattstunden. Das waren rund 45 Prozent weniger als im Jahr 2010. An der gesamten inländischen Stromerzeugung hatte die Atomenergie damit einen Anteil von 15 Prozent.

Anders als teilweise behauptet ist Atomstrom nicht kohlendioxidfrei, denn zur Produktion und Entsorgung der Brennstäbe muss herkömmliche Energie eingesetzt werden. Rechnet man deren Kohlendioxid-Anteil hinzu, kommen mindestens 31 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde zustande. Eine Studie der britischen Oxford Research Group kommt sogar auf Kohlendioxidwerte von 84 bis 122 Gramm pro Kilowattstunde Atomstrom. Dieser Wert wird künftig noch steigen, weil der Uranbergbau bei wachsender Nachfrage nach Brennstäben auch weniger ergiebige Erzlagerstätten erschließen und mit noch größerem Energieaufwand ausbeuten muss.

Zum Vergleich: Windstrom schlägt mit etwa 23 Gramm, Strom aus Steinkohle mit knapp 1.000 Gramm CO2 je Kilowattstunde zu Buche.

Wikipedia: Kernenergie

Bio-Treibstoff

Fälschliche Bezeichnung für Benzin- und Dieselkraftstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Ihre Produktion hat nichts mit biologischem Landbau zu tun, sondern ist im Gegenteil mit dem Einsatz von chemischen Düngemitteln, Pestiziden und intensiver Landwirtschaft verbunden, weshalb die Bezeichnung --> Agro-Treibstoff richtiger wäre.

Braunkohle

Braunkohle hat von allen fossilen Energieträgern den geringsten Brennwert und daher den höchsten spezifischen Ausstoß an
--> Kohlendioxid. Rohbraunkohle besteht zu 55 Prozent aus Wasser, zu 5 Prozent aus  nichtbrennbaren Bestandteilen und zu 40 Prozent aus Kohle.

Nach Angaben der Firma Buderus lässt sich aus einem Kilogramm Braunkohlebriketts eine Heizleistung von 5,3 Kilowattstunden (KWh) herausholen. Beim Koks sind es hingegen 8,2 KWh und beim Heizöl pro Liter 10 KWh. 

Hinzu kommt, dass Braunkohle in Deutschland im Tagebau gewonnen wird, was zu einer großflächigen Vernichtung der Landschaft und von ganzen Dörfern in den betroffenen Regionen führt. Größere Abbaugebiete gibt es in der Lausitz (Südost-Brandenburg, Ost-Sachsen), im Rheinland westlich von Köln und im Raum Leipzig-Halle. Ein kleineres Revier liegt bei Helmstedt im östlichen Niedersachsen. 

Beim Verfeuern einer Tonne Kohle in einem Braunkohlekraftwerk entsteht etwa eine Tonne Kohlendioxid, wenn Förderung und Transport einbezogen werden – so viel wie bei keinem anderen Energieträger. Die inländischen  Tagebaue förderten 2009 rund 170 Millionen Tonnen Braunkohle. Das bedeutet also etwa 170 Millionen Tonnen emittiertes Kohlendioxid.

Die Bundesrepublik ist damit der mit Abstand größte Braunkohleförderer weltweit, gefolgt von China (2009: 120 Millionen Tonnen), der Türkei (71) und Russland (68 Millionen Tonnen). Übrigens ist Deutschland schon seit annähernd 100 Jahren Spitzenreiter bei der Braunkohleverstromung. Pro Kopf liegen allerdings kleinere Länder wie Griechenland, Serbien und Tschechien vorn.

Braunkohle erfreut sich bei vielen Energiepolitikern von SPD, CDU und Linkspartei noch immer großer Beliebtheit, weil sie der einzige fossile Energieträger ist, der sich in Deutschland in großem Maßstab rentabel abbauen lässt. Nach Angaben des Bundesverbandes Braunkohle waren Ende 2006 gut 23.000 Personen in der Braunkohleindustrie beschäftigt. In dieser Zahl inbegriffen sind 6.100 Arbeiter und Angestellte in den Kraftwerken, die den Braunkohleunternehmen gehören. 

Wikipedia: Braunkohle

BRIC

Als BRIC-Staaten werden die vier Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China zusammengefasst. den Begriff nutzte erstmals Jim O'Neill 2001, der damals Chefvolkswirt der Unternehmensberatung und des Finanzinvestors GoldmannSachs war.

Mit 2,8 Milliarden Menschen leben 40 Prozent der Weltbevölkerung in den BRIC-Staaten. Ihre jährliche Wirtschaftsleistung wächst seit Jahren ziwschen 5 bis 10 Prozent (zum Vergleich: Die EU wächst um 2 Prozent). Und weil es nach wie vor nicht gelungen ist, Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch (und damit der Produktion von Treibhausgasen zu entkoppeln), kommt den BRIC-Staaten eine zentrale Rolle bei der Lösung des Klimaproblems zu.Im Kyoto-Protokoll werden sie von jeglichen Reduktionsverpflichtungen frei gesprochen, zu diesen sind nur die Annex 1 -Staaten verpflichtet. Dagegen regt sich in den Industrieländern zunehmend Widerstand.

Gelegentlich werden die BRIC-Staaten um Südkorea auf BRICK erweitert.

CCS-Technologie

CCS steht für Carbon Capture and Storage – Abscheidung und Einlagerung von Kohlendioxid. 

In mehreren Ländern wird an Verfahren geforscht, mit denen künftig Kohlendioxid aus Kraftwerksabgasen abgetrennt und dauerhaft unterirdisch eingelagert werden soll. Mit dem Bau erster Pilotanlagen wurde 2006 begonnen. Auch die Einlagerungstechnik ist noch in einem frühen Erprobungsstadium. Marktreife wird nicht vor 2020 erwartet.

In Deutschland setzen die Stromkonzerne auf verschiedene Verfahren: Mit dem Oxyfuel-Verfahren experimentierte der Stromkonzern Vattenfall in einer Versuchsanlage am Lausitzer Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe: Kohle wird dabei in reinem Sauerstoff verbrannt, der Wasserdampf wird auskondensiert – übrig bleibt ein bis zu 90 Prozent konzentriertes Kohlendioxid-Gas, das unter Druck verflüssigt wird.

Konkurrent RWE will ab 2014 das sogenannte Pre-Combustion-Verfahren testen: Dabei wird Kohle vor der Verbrennung in einem Vergaser zu Kohlenmonoxid und Wasserstoff umgewandelt. Energieträger ist Wasserstoff. Das Kohlenmonoxid wird mit Wasserdampf zu Kohlendioxid umgewandelt.

Eon setzt auf das Post-Combustion-Verfahren, bei dem das Kohlendioxid chemisch aus den Rauchgasen herausgewaschen wird.

Nach der Abscheidung muss das Kohlendioxid "nur noch" unter die Erde gebracht werden. Und zwar dauerhaft – worunter aber meist nur 200 oder 10.000 Jahre verstanden werden – und ohne signifikante Leckagen. 

In Ketzin bei Potsdam wurde die unterirdische Lagerung des Klimagifts vom Geoforschungsinstitut Potsdam untersucht: 60.000 Tonnen reinen Kohlendioxids wurden in eine 650 Meter tiefe poröse Sandsteinformation gepumpt. Vattenfall wollte sein CCS-Abgas in der Altmark in ausgegasten Erdgaslagerstätten verpressen, RWE eine Rohrleitung nach Schleswig-Holstein bauen.

Umweltorganisationen halten die CCS-Technologie für ein Feigenblatt der Stromkonzerne, um den Bau neuer Kohlekraftwerke zu rechtfertigen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht absehbar, ob die Technologie sich jemals als sicher und bezahlbar erweisen wird. Es ist noch völlig unklar, ob eine sichere CO2-Endlagerung tatsächlich für viele Jahrtausende garantiert werden kann. Gestritten wird auch darum, wer für eventuelle Leckagen haftet. Die Energiekonzerne erklären zwar, die Technologie könne sicher gemacht werden, wollen aber nicht haften. 

Nach umfangreichen Bürgerprotesten in mehreren norddeutschen Bundesländern trat in Deutschland im August 2012 ein CCS-Gesetz in Kraft, das den Bundesländern die Möglichkeit gibt, CCS auf ihrem Territorium zu verbieten. Mehrere Bundesländer haben bereits davon Gebrauch gemacht. In Österreich ist CCS gänzlich verboten. 

Wikipedia: CO2-Abscheidung und -Speicherung

EEG

Das "Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien",  auch Erneuerbare-Energien-Gesetz genannt oder kurz EEG, ist das weltweit erfolgreichste Instrument zur Förderung erneuerbarer Energien.

Ziel des im Jahr 2000 in Kraft getretenen Erneuerbare-Energien-Gesetzes war die Verdoppelung des Anteils regenerativ erzeugten Stroms in Deutschland bis 2010. Die damalige rot-grüne Bundesregierung verpflichtete die Netzbetreiber zur Abnahme von Strom aus Wind-, Biomasse-, Erdwärme-, Wasser- oder Sonnenkraftwerken. Auch die sogenannte "kleine Wasserkraft" mit Turbinen bis zu einer Leistung von einem Megawatt wird durch das EEG gefördert. 

Der Abnahme-Preis ist – abhängig von der eingesetzten Technologie – für den Netzbetreiber 20 Jahre lang bindend. Dabei hat der Gesetzgeber festgelegt, dass die Abnahmepreise für Anlagen, die neu ans Netz gehen, von Jahr zu Jahr sinken. Dadurch sollen die Technologien effizienter und kostengünstiger werden. Zudem ist verankert, dass alle vier Jahre die Tarife überprüft werden, um bei eventuellen Fehlentwicklungen gegensteuern zu können.

Da die Mehrkosten von den Verbrauchern getragen werden, handelt es sich bei dieser EEG-Umlage nicht um eine staatliche Subvention. Auf diese Art tragen alle Verbraucher entsprechend ihrem Stromverbrauch zur Energiewende bei. 

Schon im Jahr 2008 wurden durch EEG-Strom mehr als 50 Millionen Tonnen CO2 in Deutschland eingespart. Ende 2013 lag der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms bei rund 25 Prozent, beim Start des EEG waren es erst sechs Prozent.

Deutschland war bei Einführung des Gesetzes die weltweit erste Nation, die ein solches Förderinstrument einsetzte. Bis 2013 orientierten sich 71 Länder und 28 Bundesstaaten weltweit am EEG und übernahmen wesentliche Prinzipien des Gesetzes.

Wikipedia: Erneuerbare-Energien-Gesetz

Emissionshandel

Der Emissionshandel (eigentlich: Handel mit Zertifikaten, die zum Ausstoß einer bestimmten Menge eines Schadstoffes berechtigen, hier: von einer Tonne Kohlendioxid) ist ein Instrument der Klimapolitik. Der Emissionshandel vereinigt staatliche Eingriffe und marktwirtschaftliche Instrumente: Zunächst wird eine Gesamtmenge an Kohlendioxid, die von allen Teilnehmern des Handelssystem gemeinsam ausgestoßen werden darf, politisch festgelegt. Dann können die einzelnen Teilnehmer, in der Regel Unternehmen, die Zertifikate frei nach Marktregeln untereinander kaufen und verkaufen.

Seit 2005 existiert mit dem Europäischen Emissionshandelssystem (Emission Trade System, ETS) das weltweit erste multinationale System für den Emissionshandel. Das ETS gilt für Energie- und Industrieunternehmen. 

Das Grundprinzip: Wenn ein Unternehmen Kohlendioxid in die Atmosphäre emittieren will, muss es das Recht dazu besitzen. Diese "Emissionsrechte" werden in Form von Zertifikaten verteilt – für jede erlaubte Tonne Kohlendioxid gibt es ein Zertifikat. In Gedanken wurde also die Erdatmosphäre in kleine Stückchen aufgeteilt, und man braucht eine Urkunde, damit man auf jeweils einem Stückchen seinen "Kohlendioxid-Müll abladen" darf.

Die EU-Kommission, so die Idee, legt fortan Jahr für Jahr fest, wie viel Treibhausgas in die Atmosphäre entlassen werden darf. Jahr für Jahr wird dann die Gesamtmenge der ausgegebenen Zertifikate verringert und so nach und nach die Atmosphäre entlastet. Der marktwirtschaftliche Dreh am System: Die Unternehmen dürfen ihre Zertifikate untereinander tauschen. Wenn ein Unternehmen mehr Kohlendioxid ausstoßen will, als es Zertifikate abbekommen hat, kann es die Emissionsrechte von anderen Firmen abkaufen.

Das System geht zurück auf Ideen des Chicagoer Ökonomen Ronald Coase: Wenn schon externe Kosten (für die Nutzung der Atmosphäre als "Müllkippe" für Kohlendioxid) in den Wirtschaftskreislauf internalisiert werden müssen, dann sei das effizienteste Instrument dafür ein eigener Marktplatz. Der Staat solle zwar den Rahmen des Handelssystems vorgeben, den Rest dann aber wieder der Wirtschaft überlassen. In der Praxis heißt das, dass die EU Zertifikate für das bislang freie Umweltgut verteilt. Den Wert dieser Zertifikate aber bestimmt der Markt. Somit legt nicht der Staat fest, wie viel Geld ein Unternehmen für das Recht auf Verschmutzung der Atmosphäre letztlich zu zahlen hat – wie etwa bei einer Kohlendioxidsteuer – sondern das erledigt das Spiel von Angebot und Nachfrage an den Börsen, wo die Zertifikate gehandelt werden. Erstmals in der Menschheitsgeschichte bekam Kohlendioxid durch den EU-Emissionshandel einen Preis.

So weit die Theorie.

Die konkrete Ausgestaltung ist jedoch höchst mangelhaft. Zum Start des Emissionshandels 2005 hatte sich der Staat in Gestalt der EU-Kommission von den Lobbyisten der Wirtschaft überreden lassen, sehr viele Zertifikate zu verteilen – viel zu viele. Die deutsche Wirtschaft zum Beispiel bekam mehr Verschmutzungsrechte zugeteilt, als sie überhaupt Kohlendioxid erzeugte. Deshalb rauschte der Börsenpreis für die Zertifikate auch alsbald in den Keller – sie sind heute an der Leipziger Strombörse schon für wenige Cent zu haben.

So geriet der Emissionshandel zur größten Gelddruckmaschine für die Wirtschaft in Europas jüngerer Geschichte. Der Staat nämlich – man mag es kaum glauben, wenn man es das erste Mal hört – verschenkte die Zertifikate beim Start des Handelssystem an die Industrie, statt wie vorgesehen wenigstens einen Teil davon zu versteigern. Experten und Umweltschützer hatten davor gewarnt, aber die Wirtschaftslobbyisten, die wie immer vor neuen finanziellen Belastungen für die Unternehmen warnten, waren stärker gewesen. Umgehend preiste die Industrie die Zertifikate in ihre Produkte ein: Strom, Glas, Rohaluminium – alles wurde um den rechnerischen Preis der für die Herstellung notwendigen Kohlendioxidmenge teurer. Ohne auch nur eine Kilowattstunde Strom, eine Tonne Glas, ein Kilogramm Aluminium mehr zu produzieren konnten die Konzerne so stolze Gewinnsprünge verbuchen. Zur Freude der Aktionäre. Natürlich wurde dabei auch keine einzige Tonne Kohlendioxid eingespart.

 
Zum Prinzip des Emissionshandels bietet Le Monde diplomatique einen lesenswerten Hintergrundartikel.

Zum EU-Emissionshandel gibt es auf der Seite des WWF Deutschland einen Einführungstext und aktuelle Informationen.

Zu außereuropäischen Emissionshandelssystemen informieren ein Artikel bei klimaretter.info und die dortigen Links.

Einen kritischen Reader zum CO2-Handel hat die schwedische Dag Hammarskjöld Foundation mit "Carbon Trading – How it works and why it fails" veröffentlicht (englisch, kostenlos als PDF-Dokument herunterladbar).

Energieproduktivität

Die Energieproduktivität ist eine Maßeinheit dafür, wie effizient eine Gesellschaft mit Energie umgeht. Konkret gibt der Wert an, welche Wirtschaftsleistung (gemessen in Euro) sich mit einer Einheit Primärenergie (gemessen in Joule) produzieren lässt. Dabei ist die Energieproduktivität umso größer, je mehr Wirtschaftsleistung mit Hilfe der eingesetzten Energie produziert wird.

Eine steigende Energieproduktivität bedeutet allerdings nicht automatisch, dass auch der absolute Energieverbrauch und damit der Kohlendioxidausstoß in einem Land sinkt. Eine wachsende Wirtschaft kann die erreichten Effizienzeffekte wieder zunichte machen.

Energie-Lexikon: Energieproduktivität

Fracking

Hydraulic Fracturing oder kurz Fracking ist ein Verfahren, mit dem 
--> unkonventionelles Gas gefördert wird, das nicht durch einfaches Anbohren der Vorräte an die Oberfläche befördert werden kann. Unkonventionelles Gas ist in den Gesteins-Poren tiefer geologischer Schichten gespeichert. Um das Gestein aufzubrechen, werden Sand, Chemikalien und große Mengen Wasser unter hohem Druck in den Boden gepresst. Durch die hierbei entstehenden Risse im Gestein steigt das Gas an die Oberfläche und wird dort aufgefangen.

Fracking wird schon seit den 1940er Jahren durchgeführt. Erst mit neuen Fördertechnologien jedoch ist die Anwendung des Verfahrens in den vergangenen zwei Jahrzehnten im großen Stil rentabel geworden. Auch bei der Förderung von Kohleflözgas und Gas aus dichtem Sand- oder Kalkstein (Tight Gas) wird auf Fracking gesetzt.

Experten warnen vor schwerwiegenden Umweltschäden durch Fracking, vor allem vor einer Kontamination des Grundwassers durch die eingesetzten Chemikalien sowie vor der Treibhauswirkung des bei der Förderung entweichenden --> Methans

Wikipedia: Hydraulic Fracturing

ILUC – Indirect Land Use Change

ILUC steht für Indirect Land Use Change – indirekte Landnutzungsänderungen. Von ILUC wird gesprochen, wenn Pflanzen für 
Agro-Kraftstoffe zwar auf Flächen angebaut werden, die als nachhaltig zertifiziert sind, dabei aber den Anbau von Nahrungspflanzen auf Wald- oder Brachflächen verdrängen. Bei der Umwandlung dieser natürlichen Lebensräume in Ackerland entstehen Treibhausgasemissionen, die bisher nicht in die Klimabilanz der Kraftstoffe einfließen – trotz Nachhaltigkeitszertifikat.

Über Ausmaß und Wirkung indirekter Landnutzungsänderungen wird bei staatlichen und nichtstaatlichen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen intensiv diskutiert. Die EU-Kommission hat ein Regelwerk zur Kontrolle von ILUC beim Energiepflanzenanbau um mehrere Jahre aufgeschoben, da die wissenschaftlichen Unsicherheiten zu groß seien.

Umweltinstitut München:
Direkte und indirekte Landnutzungsänderungen

IPCC

Intergovernmental Panel on Climate Change (Zwischenstaatlicher Ausschuss für den Klimawandel) ist der Name eines internationalen Wissenschaftlergremiumn mit Sitz in Genf, das die Aufgabe hat, den Kenntnisstand der internationalen Klimaforschung zusammenzutragen und dem Verhandlungsprozess auf UN-Ebene zur Verfügung zu stellen.

2007 hat das IPCC in drei Schritten den vierten umfassenden Bericht vorgelegt, an dem rund 2.500 Autoren mitgewirkt haben. Weil die meisten Staaten Mitglied im IPCC sind, haben die Regierungen ein Mitspracherecht bei der Formulierung der Berichte. Auf der einen Seite macht das den Editionsprozess zäh und verschafft konservativen Staaten die Möglichkeit zu intervenieren, wenn es ihnen zu kritisch wird. Auf der anderen Seite verleiht dieses Verfahren den trotz allem eindringlichen Warnungen des IPCC besonderes Gewicht und zwingt zu besonderer wissenschaftlicher Sorgfalt. 

Zeittafel

1990 erscheint der erste Bericht, der das Problem des Treibhauseffektes erstmals benennt. 

Der Umweltgipfel der UN 1992 von Rio de Janeiro beschließt auf der Grundlage des IPCC-Berichtes eine globale --> Klimarahmenkonvention, die 1994 in Kraft tritt. Dieser erste internationale Vertrag, der den Klimawandel als ernstes Problem bezeichnet, bildet den Rahmen für die Klimaschutzverhandlungen, die ab 1995 jährlich mit Weltklimagipfeln stattfinden. 

1995: Der zweite IPCC-Bericht erscheint. Nach diesem steigen die Temperaturen bis Ende des 21. Jahrhunderts um 1,4 bis 5,8 Grad Celsius im weltweiten Durchschnitt. "Die Bilanz der Hinweise legt einen erkennbaren menschlichen Einfluss auf das weltweite Klima nahe." 

Bei der dritten UN-Klimakonferenz 1995 in Kyoto werden erstmals rechtlich verbindliche Ziele für die Emissionshöchstmengen der Industrieländer im "Kyoto-Protokoll" festgelegt. Die Verhandlungen, wie das Protokoll funktionieren soll, ziehen sich vier Jahre hin. 

2001: Der dritte IPCC Bericht erscheint mit der Prognose: Die Temperaturen werden um zwei bis 4,5 Grad Celsius steigen. 

2001 gelingt es im marokkanischen Marrakesch endlich, das Kyoto-Protokoll auszugestalten. Vom Clean Development Mechanism (Industriestaaten oder hiesige Unternehmen bezahlen für Umweltprojekte in Entwicklungsländern und können den Klimanutzen für sich selbst anrechnen lassen) bis zur Berechnung der Klimawirkung von Wald – jetzt ist klar, auf welche Weise die Industriestaaten ihre Treibhausgasemissionen bis 2012 im Vergleich zu 1990 um 5,2 Prozent zu senken haben. Das Protokoll ist unterschriftsreif. 

2004: Die erste Weltkonferenz für erneuerbare Energien in Bonn versucht, wirtschaftliche Impulse für den Klimaschutz zu schaffen – ohne durchschlagenden Erfolg. Im selben Jahr ratifiziert die russische Duma in Moskau nach zähen Verhandlungsjahren das Kyoto-Protokoll. Damit haben so viele Länder unterschrieben, wie laut Vertrag notwendig sind – am 16. Februar 2005 tritt es endlich in Kraft. Die Parlamente der USA und Australiens lehnen den Vertrag ab.

2005: Auf der jährlichen Klimakonferenz, diesmal in Montreal, wird verhandelt, wie man für die Zeit nach Ablauf des Kyoto-Protokolls 2012 verhandeln soll. Aber auch die zwölfte Weltklimakonferenz 2006 in Nairobi bringt keine Fortschritte in dieser Frage. 

2007: Im Februar stellt der IPCC in Paris seinen vierten Bericht über die Folgen des Klimawandels vor. Der Kernsatz: "Die Erwärmung des klimatischen Systems ist unzweifelhaft." Und: Sie ist "das Resultat menschlicher Aktivitäten seit 1750". Das wird heute kein seriöser Wissenschaftler mehr infrage stellen (Lobbyisten und Verschwörungstheoretiker tun es trotzdem), aber natürlich sind weiterhin eine Reihe von Detailfragen offen.

Im April veröffentlichen die IPCC-Experten in Brüssel den zweiten Teil ihres "4. Sachstandsberichts", der sich sich auf die regionalen Folgen des Klimawandels konzentriert, unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Wasservorkommen. Im Mai erscheint der dritte Teil, der Handlungsoptionen für die Politik aufzeigt. 

Im Oktober erhält der IPCC (zusammen mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore) den Friedensnobelpreis.

Alle Berichte des IPCC gibt es kostenlos und in mehreren Sprachen auf der Internetseite www.ipcc.ch

 
klimaretter.info
: 10 Fragen zum IPCC
 

Wikipedia: Intergovernmental Panel on Climate Change

Kipp-Elemente

Das Klimasystem auf der Erde ist sehr komplex und geprägt durch viele sich gegenseitig beeinflussende Prozesse. Globale und lokale Windsysteme sind von Luft- und Wassertemperaturen abhängig. Davon hängen wiederum die Niederschläge in der ganzen Welt ab. Das Eis an den Polen steuert auch das Wetter im Rest der Welt. Wenn Teile dieser Systeme durch menschliche Einflüsse stark verändert werden, kann es sein, dass sie nicht mehr funktionieren – sie kippen. Und zwar irreversibel. Daher nennt man sie Kipp-Elemente (vom englischen "tipping elements", oder auch "tipping points").

Wenn ein solches Kipp-Element umgekippt ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass dadurch das ein anderes wichtiges Element des Klimasystems negativ beeinflusst wird. Einige Kippelemente können einen sich selbst beschleunigenden Klimawandel in Gang setzen, der dann nicht mehr rückgängig zu machen wäre. Wegen der vielschichtigen Abhängigkeiten sind Prognosen über die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die äußert komplexen Zusammenhänge des Klimas schwer möglich. Der Vergleich mit dem Schmetterling, der einen Flügelschlag macht und weit entfernt damit einen Sturm auslöst, liegt nahe.

Die Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) haben neun potenzielle Kipp-Elemente benannt, die aus ihrer Sicht besondere Berücksichtigung bei der internationalen Klimapolitik finden sollten. Die Phänomene sind mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten behaftet, was deren Eintreffen und die Wirkweise betrifft:

  • Arktisches Meereis
  • Grönländischer Eisschild
  • Westantarktischer Eisschild
  • Boreale Wälder
  • Amazonas-Regenwald
  • El Niño und Südliche Oszillation (ENSO)
  • Sahara-/Sahel- und Westafrikanischer Monsun
  • Indischer Sommermonsun
  • Thermohaline Atlantikzirkulation

Arktisches Meereis

Durch die Klimaerwärmung schmilzt das in der Nordpolarregion auf dem Meer schwimmende Eis. Da die nun frei werdende Wasseroberfläche dunkel ist, erwärmt sie sich durch Sonneneinstrahlung schneller. Das fördert die globale Klimaerwärmung. Eine noch schnellere Eisschmelze im Sommer und das Ausbleiben der Eisbildung im Winter wären die Folgen. Die Kipp-Grenze wird zwischen 0,5 und 2 Grad Celsius angesetzt und könnte heute bereits überschritten sein. Ergebnisse von regelmäßig stattfindenden Eisvermessungen bestätigen, dass die Eismassen jetzt schon deutlich abgeschmolzen sind.

Grönländischer Eisschild

Die Erwärmung des Klimas fördert die Schmelze des Eises auf dem grönländischen Festland. Die frei werdende Landfläche ist dunkel und erwärmt sich daher wesentlich schneller, was wiederum Eisverlust beschleunigt. Der Meeresspiegel steigt. Als kritische Kipp-Grenze wird eine lokale Erwärmung von drei Grad Celsius vermutet. Schmilzt das gesamte Eis, steigt der Meeresspiegel um sieben Meter.

Westantarktischer Eisschild

Auch hier ist der Verlust von Eismasse gemessen worden. Wesentliches Abschmelzen tritt ab einer regionalen Erwärmung von fünf bis acht Grad Celsius im Sommer ein, vermuten die Forscher. Ein Anstieg des Meeresspiegels um fünf Meter ist zu vermuten.

Boreale Wälder

Diese Wälder wachsen in den nördlichen Breiten der Erde und sind an die langen und kalten Winter dieser Zonen angepasst. Erwärmt sich das Klima um drei bis fünf Grad, würden die Wälder in wenigen Jahrzehnten absterben, da längere und trockene Sommer dann Krankheiten verursachen. Wie die Wissenschaftler vermuten, bleiben die Winter jedoch sehr kalt. Die Verluste können daher vermutlich nicht durch Baumarten aus wärmeren Regionen ersetzt werden. Boreale Wälder sind wichtige Kohlenstoffspeicher und somit wichtig für das globale Klima.

Amazonas-Regenwald

Die globale Erwärmung und Entwaldung durch Raubbau verringern die Niederschläge in der Region um 30 Prozent. Experten meinen, dass bei einer Erwärmung von drei bis vier Grad Celsius die Trockenzeiten noch länger werden würden. Der Regenwald könnte sich nicht mehr erholen und binnen weniger Jahrzehnte absterben. Die Entwaldung durch den Menschen beschleunigt den Prozess deutlich.

El Niño und Südliche Oszillation (ENSO)

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen werden die Wasserzirkulationsprozesse im Pazifik durch ungewöhnliche (aber vermutlich natürliche) Wasser- und Luftströmungen aus dem empfindlichen Gleichgewicht gebracht – man spricht vom El-Niño-Phänomen. Die Versorgung der Fischbestände mit Plankton wird damit gestört, was insbesondere Fischer an der südamerikanischen Küste zu spüren bekommen. Bei gleichbleibender Klimaerwärmung wird erwartet, dass dieser Effekt nicht häufiger, aber deutlich stärker auftreten wird.

Sahara-/Sahel- und Westafrikanischer Monsun

Die globale Erwärmung würde die tropischen Regenerscheinungen zunächst verstärken. Bei fortschreitender Erwärmung von drei bis fünf Grad Celsius könnten die Luftzirkulationen jedoch vollständig zusammenbrechen, prognostizieren einige Forscher. Der Regen bliebe aus, fortschreitende Trockenheit mit ausgeprägten Dürreperioden in der Region wären die Folge. Ein anderes Szenario geht von sich verstärkenden Niederschlägen aus, was Überschwemmungen zur Folge haben könnte.

Indischer Sommermonsun

Die Niederschläge in dieser Region könnten sich aufgrund der globalen Erwärmung deutlich erhöhen. Dem gegenüber stehen Luftverschmutzung und gesteigerte Landnutzung, die diesen Effekt dämpfen. Der Indische Sommermonsun könnte dadurch chaotische, unberechenbare Ausmaße annehmen.

Thermohaline Atlantikzirkulation

Der Kreislauf der atlantischen Meeresströmungen befindet sich in einem Gleichgewicht, das durch die Wassertemperatur und Salzkonzentration gesteuert wird. Beide Faktoren verändern die Dichte des Salzwassers – eine Eigenschaft, die auch thermohalin genannt wird. Durch die globale Erwärmung verändert sich die Temperatur des Wassers. Zusätzlich ändert sich die Konzentration des Meerwassers durch schmelzende Eismassen aus der Arktis und dem grönländischen Eis. Die resultierende Dichteänderung kann zum Abreißen des Nordatlantikstroms führen. Einen Anstieg des Meeresspiegels und die Beeinflussung tropischer Niederschläge ist zu befürchten. Hierfür vermuten die Forscher eine Kipp-Temperatur von drei bis fünf Grad.

Literaturtipps:
Pressemitteilung des PIK zu Kipp-Elementen
Broschüre des Umweltbundesamtes (PDF-Download)

Klima-Fußabdruck

Die sogenannte Klima-Fußabdruck-Methode ist ein komplexes statistisches Vorgehen zur Identifizierung des Einflusses des Menschen auf die Erderwärmung. Dabei wird jede Tatsache einkalkuliert, die irgend einen Einfluss auf den Klimawandel hat, und über eine entsprechende Raumstruktur extrapoliert. Mit derartigen Rechenmodellen haben die Wissenschaftler den Einfluss des Menschen auf das Klima abgeschätzt.

Mit Hilfe der Fußabdruckmethode lässt sich übrigens auch der Einfluss jedes Einzelnen auf das Klima ermitteln. So kann man aus dem individuellen Verhalten eines Menschen auch einen persönlichen Klima- oder CO2-Fußabdruck errechnen. 

Klimaretter.info hält von mehreren im Internet verfügbaren Fußabdruckmessern den des WWF für den besten. Er ist HIER abrufbar.

Anders als der wirkliche Fußabdruck eines Menschen ist der Klima-Fußabdruck aber änderbar: Jeder hat es selbst in der Hand ihn zu beeinflussen.

 
Skeptical Science: Der menschliche Fußabdruck beim Klimawandel 

Wikipedia: CO2-Fußabdruck

Klimarahmenkonvention (UNFCCC)

Auf dem UN-Gipfel für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro wurde 1992 die Klimarahmenkonvention (englisch United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) verabschiedet. In Artikel drei wird davon gesprochen, dass die Vertragsparteien das Klima auf der "Basis der Gleichheit und ihrer gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung" schützen sollen.

Die 194 Vertragsparteien verpflichten sich darauf, "die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre auf einem Niveau zu stabilisieren, das gefährliche menschliche Beeinflussung des Klimasystems vermeidet". Die Industriestaaten bekennen sich zu ihrer historischen Schuld und verpflichten sich, bis zum Jahre 2000, ihre Emissionen auf dem Niveau von 1990 zu stabilisieren. Später behaupteten einige Staaten, dass dies nicht verbindlich sei. Die wenigsten haben dieses Ziel tatsächlich erfüllt.

Außerdem wird mit der Klimarahmenkonvention die Einrichtung eine Klimasekretariates beschlossen und Folgekonferenzen (sogenannte COPs), um die Klimarahmenkonvention weiter zu entwickeln. Außerdem verpflichtet die Klimarahmenkonvention alle Vertragspartner regelmäßige Berichte zu veröffentlichen, in denen Fakten und Trends zur nationalen Treibhausgasemission dargelegt werden müssen.

Die Erklärung von Rio gibt es im Wortlaut HIER:

Wikipedia: Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen

Kohleimporte

Während die in Deutschland in Kraftwerken genutzte Braunkohle ausschließlich aus inländischen Tagebauen stammt, wird der überwiegende Anteil der in Deutschland genutzten Steinkohle importiert. Die wichtigsten Importländer sind dabei Kolumbien und Russland. Gemeinsam decken sie etwa die Hälfte des deutschen Steinkohlebedarfs. Vor allem in Kolumbien werden den Rohstoffkonzernen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

www.kohleimporte.de

Kohlendioxid (CO2)

Kohlendioxid (CO2) entsteht, wenn Kohlenstoff mit Sauerstoff reagiert. 

Grob skizziert gibt es zwei natürliche Kreisläufe. Der erste wird von der Biosphäre bestimmt: Alle tierischen Lebewesen produzieren Kohlendioxid, während Pflanzen es mit Hilfe der Photosynthese wieder aufspalten und den Kohlenstoff in ihre Organismen einbauen. Die Pflanzen dienen wiederum Mensch und Tier als Nahrung, wodurch sich der Kreislauf schließt.

Der zweite Kreislauf ist ein geologischer: Durch Lösung in Wasser, Reaktion mit Gesteinen und Einbau in die Krusten von tierischem Plankton wird Kohlendioxid der Atmosphäre entzogen und in Sedimenten in Form von Karbonaten gespeichert. Diese werden durch die Plattentektonik im Laufe vieler Millionen Jahre recycelt, und der Kohlenstoff wird der Atmosphäre durch Vulkanismus wieder als Kohlendioxid zugeführt.

Gemessen an diesen sehr langsamen Prozessen sind die in den letzten zwei Jahrhunderten von Menschen verursachten Veränderungen äußerst rasant. Die Verbrennung von Öl, Kohle und Erdgas entlässt Kohlendioxid in die Atmosphäre, das ihr in der Erdgeschichte über einen Zeitraum von vielen Millionen Jahren entzogen worden war.

Entsprechend steigt die atmosphärische Kohlendioxid-Konzentration. Ende des 18. Jahrhunderts betrug sie 280 ppm (parts per million, Teile pro Million), im Mai 2013 ist sie auf 400 ppm angestiegen. Wobei das Tempo zunimmt: In den letzten zehn Jahren wuchs die Konzentration durchschnittlich um 1,9 ppm pro Jahr. Die Konzentration befindet sich bereits weit außerhalb des natürlichen Bereichs, der in den letzten 650.000 Jahren zwischen 180 und 300 ppm gelegen hat, wie man aus der Untersuchung von Luftbläschen in Eisbohrkernen weiß.

Kohlendioxidäquivalent, CO2-Äquivalent

--> Kohlendioxid (CO2) ist das bekannteste und wichtigste, aber nicht das einzige anthropogene Treibhausgas. Beispielsweise heizen auch
--> Methan und --> Lachgas (Distickstoffmonoxid) das Klima auf, dies jedoch pro Kilogramm oder Tonne sehr viel stärker als CO2. Um die verschiedenen Treibhausgase vergleichbar zu machen, werden sie hinsichtlich ihrer Klimaschädlichkeit in Kohlendioxid-Äquivalent umgerechnet. Methan etwa ist 21-mal so schädlich wie CO2; ein Kilogramm Methan entspricht deshalb 21 Kilogramm Kohlendioxidäquivalent. Ein Kilogramm Lachgas entspricht sogar 300 Kilogramm CO2-Äquivalent.

Die Treibhausgasemissionen eines Landes ergeben sich aus der Summe der verschiedenen ausgestoßenen Treibhausgase, umgerechnet in Kohlendioxidäquivalent. Die Reduktionspflichten, die im --> Kyoto-Protokoll festgelegt sind, beziehen sich auf insgesamt sechs Treibhausgase.

 
Wikipedia: Kohlendioxidäquivalent

Kontinentalhang

An den Rändern der Kontinentalplatten fällt der Meeresboden mehrere tausend Meter ab. Dort haben sich im Laufe der Jahrmillionen durch Sedimentation Abhänge gebildet, die mitunter ins Rutschen kommen können. Auslöser können unter anderem Erdbeben, Ströme von Geröll aus abtauenden Gletschern oder sich auflösende Gashydrate sein, die zuvor die Hänge zementiert hatten.

Konventionelles Erdöl

Als konventionelles Erdöl wird solches bezeichnet, dass tatsächlich flüssig in der Erde lagert und dort auch relativ leicht zu fördern ist.

Im Gegensatz dazu steht das unkonventionelle Erdöl: --> Teersande, Teerschiefer, Tight Oil ("Fracking-Öl"), Schweröl, Tiefseeöl, Polaröl oder Flüssiggas. Der Abbau des unventionellen Erdöls ist mit höheren finanziellen, energetischen und ökologischen Kosten verbundene als die Förderung von konventionellem Rohöl.

2012 wurden täglich rund 4.120 Millionen Tonnen Erdöl gefördert. 

Größte Fördernationen waren Saudi-Arabien mit 547 Millionen Tonnen im Jahr, gefolgt von Russland (526 Millionen Tonnen), den USA (395 Millionen), China (207 Millionen), Kanada (183) und Iran (175 Millionen).

Der Staat mit den größten nachgewiesenen Erdölreserven ist Venezuela mit 296,5 Milliarden Barrel. Ein Barrel (Fass) entspricht 159 Litern.

Kryosphäre

Die Kryosphäre ist die Gesamtheit der Oberfläche eines Planeten, die von Eis bedeckt ist. Dazu gehören das Meer-Eis, das Schelf-Eis, das Inland-Eis, die Gebirgsgletscher und die mit Schnee bedeckten Gebiete. 

Die Kryosphäre ist von entscheidender Bedeutung für das Klimasystem eines Planeten, da sie ein großes Reflexionsvermögen aufweist – die sogenannte Albedo. Das lateinische Wort albedo bedeutet "Weißheit". Die Albedo ist ein Maß für das Rückstrahlvermögen von diffus reflektierenden, also nicht selbst leuchtenden Oberflächen. 

Frischer Schnee besitzt zum Beispiel eine Albedo von 0,8 bis 0,9; Savannen eine zwischen 0,2 und 0,3; Asphalt weist 0,15 auf. Das bedeutet: Schnee kann viel Energie ins Weltall zurückstrahlen, Asphalt ziemlich wenig.

Wikipedia: Kryosphäre

Kyoto-Protokoll

Das Kyoto-Protokoll ist ein 1997 in der japanischen Kaiserstadt Kyoto verabschiedetes Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der UN-Klimarahmenkonvention. Das Kyoto-Protokoll sah erstmals konkrete Reduktionsziele für die sechs wichtigsten Treibhausgase in den Industrieländern vor. In einer Verpflichtungsperiode der Jahre 2008 bis 2012 sollte eine Reduktion um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber dem Bezugsjahr 1990 erreicht werden.

Weil die Verhandler ein Quorum für das Inkrafttreten festgelegt hatten, konnte das Kyoto-Protokoll erst in Kraft treten, als mindestens 55 Staaten, die mindestens 55 Prozent der weltweiten Emissionen vereinten, das Protokoll in nationales Recht umgesetzt hatten. Wegen dieser Bedingung dauerte es bis Februar 2005, als das Protokoll mit dem Beschlus des russischen Parlaments konnte in Kraft treten – auch ohne den "Top-Klimasünder" USA.

Seit dem Klimagipfel 2009 in Kopenhagen wurde um eine zweite Verpflichtungsperiode ("Kyoto II") von 2013 bis 2018 mit neuen Reduktionszielen gerungen.

Die USA hatten sich in Kyoto zu einer Reduktion um sieben Prozent verpflichtet. Allerdings ist dies nie in nationales Recht umgesetzt worden – weshalb die USA als einziger Industriestaat außerhalb der "Kyoto-Welt" standen. Durch das umstrittene --> Fracking hat das Land aber sein Kyoto-Ziel de facto erfüllt.

China wiederum, das mittlerweile als CO2-Verursacher in absoluten Zahlen vor den USA liegt und beim Pro-Kopf-Ausstoß mit Europa gleichgezogen hat (wenn man indirekte Emissionstransfers vernachlässigt), will sich nur zu eigenen Reduktionen in einer zweiten Verhandlungsperiode verpflichten, wenn auch die USA mitmachen.

Der komplette Text des Kyoto-Protokolls auf Deutsch steht HIER.

Wikipedia: Kyoto-Protokoll

Lachgas

Distickstoffmonoxid (N2O), auch Lachgas genannt, ist das drittwichtigste Treibhausgas und wird für 6 Prozent des menschengemachten Treibhauseffekts verantwortlich gemacht. Die Klimawirkung des Gases ist immens: pro Molekül schlägt es rund 300 Mal so stark wie --> Kohlendioxid und 12 Mal stärker als --> Methan zu Buche. Insofern entsprechen die jährlichen weltweiten Emissionen des Gases einem --> Kohlendioxidäquivalent von etwa 3 bis 4 Milliarden Tonnen. Wie auch Kohlendioxid und Methan reflektieren Lachgasmoleküle die Wärmerückstrahlung der Erdoberfläche und halten sie davon ab, ins Weltall zu entweichen. Die Wärme wird wieder in Richtung Erde abgegeben.

Die Lachgasentstehung ist bislang noch wenig erforscht. Bekannt ist allerdings, dass es besonders aus schweren, überdüngten und feuchten Böden freigesetzt wird, aber auch in Verbrennungs- und Kläranlagen. Schätzungen des Weltklimarates IPCC zufolge emittiert die Landwirtschaft etwa 60 Prozent des Gases. Allein von deutschen Äckern wurden im Jahr 2004 rund 74.000 Tonnen Lachgas emittiert, was einem Kohlendioxid-Äquivalent von 23 Millionen Tonnen entspricht.

Lachgas entsteht bei anthropogenen und natürlichen Prozessen. Finnische Studien wiesen darauf hin, dass das Treibhausgas in großen Mengen aus subarktischen Böden entweicht, die nicht permanent gefroren sind. Gewaltige Mengen des Gases könnten bei einem großflächigen Abtauen der Permafrostböden durch die Erderwärmung entweichen. Aber auch Wasserinsekten, Muscheln und Schnecken emittieren das Gas – je verschmutzter ihr Lebensraum, desto mehr.

Lachgas ist nicht nur klimarelevant, es bedroht auch die Ozonschicht. Zwar ist das Ozonloch nach dem Montreal-Protokoll und der internationalen Eindämmung von FCKW Ende der 1980er Jahre zurückgegangen, die steigenden Lachgaskonzentrationen – momentan nimmt der Ausstoß jedes Jahr um ein Viertelprozent zu – könnte sich hier schon bald als neue Gefahr erweisen. Distickstoffmonoxid ist vom --> Kyoto-Protokoll als Klimabedrohung erfasst worden, wird jedoch unter den Treibhausgasen trotz seiner hohen Klimawirksamkeit oft als das "vergessene Gas" bezeichnet.

Wikipedia: Distickstoffmonoxid

LDCs – Least Developed Countries

Die ärmsten Länder der Welt heißen im Fachjargon der Vereinten Nationen LDCs – Least Developed Countries, am wenigsten entwickelte Länder. Im Jahr 2013 zählten 48 Länder zu den LDCs, davon 34 in Afrika, aber auch Afghanistan, Bangladesch, Nepal, Haiti oder die Salomonen. Der Begriff ist nicht deckungsgleich mit den weit freier genutzten Termini "Dritte Welt" und "Entwicklungsländer", sondern unterliegt strikten Kriterien.

Darunter:

  1. Armut: Das Bruttonationaleinkommen pro Kopf liegt im Drei-Jahres-Mittel unter 952 US-Dollar. Länder die aufstiegen wollen, müssen mehr als 1.190 US-Dollar für die gleiche Dauer vorweisen.
  2. Unterentwicklung: Ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung ist unterernährt, die Kindersterblichkeit ist hoch, Schulanfängerquote und Alphabetisierung sind niedrig.
  3. Wirtschaftliche Schwäche: Instabile Landwirtschaft und häufige Naturkatastrophen mit anschließenden Flüchtlingswellen, kaum Export, hoher Anteil von Landwirtschaft und Fischerei am Bruttoinlandsprodukt, kaum Produktion, wirtschaftliche Abhängigkeit.

Ein Land, das in allen drei Punkten verschiedene Messlatten überschreitet, kann vom LDC-Status avancieren. Bisher haben das Botswana 1994, Kap Verde 2007, die Malediven 2011 und Samoa 2014 geschafft. Kandidaten für baldigen Aufstieg sind derzeit Äquatorial-Guinea, Tuvalu und Vanuatu.

LDC-Report der Vereinten Nationen (2013)

Wikipedia: Least Developed Countries

Luftverkehr

Flugzeuge sind nicht nur die mit Abstand energieintensivsten Transportmittel, sie haben durch ihre Kondensstreifen auch noch einen zusätzlichen negativen Effekt für das Klima. Dünne, hohe Wolken wirken nämlich erwärmend. Der derzeitige Anteil des Luftverkehrs am anthropogenen Treibhauseffekt wird auf 3,2 Prozent geschätzt. Alle Prognosen gehen davon aus, dass der Luftverkehr in den nächsten Jahrzehnten weiter stark zunehmen wird: um jährlich drei Prozent bis zum Jahr 2050, so eine Schätzung des --> IPCC.

Bildungsserver Klimawandel: Auswirkungen des Luftverkehrs

Meeresspiegel

Der Meeresspiegel ist im letzten Jahrhundert um 17 Zentimeter angestiegen, um durchschnittlich 1,6 Millimeter pro Jahr. Das liegt zunächst an der Ausdehnung: Körper, die wärmer werden, dehnen sich aus – auch das Wasser der Ozeane. Dazu kommt aber zunehmend das Schmelzen von kontinentalen Gletschern. Und in den vergangenen 15 Jahren kamen die Effekte "Grönland" und "Antarktis" dazu, weshalb der Anstieg sich auf drei Millimeter pro Jahr beschleuigt hat.

Der Grönland-Effekt: Bis in Höhen oberhalb 4.000 Meter reicht der Eispanzer auf der weltgrößten Insel. Im Gegensatz zum arktischen Eis, das auf der Meeresoberfläche schwimmt, hat Grönland damit entscheidenden Einfluss auf den Stand des Meeresspiegels – rund 2,5 Millionen Kubikkilometer Wasser. Deshalb wurde die zu Dänemark gehörende, aber autonome Insel genauestens unter die Lupe genommen. Die Erkenntnis: Der lokale Temperaturanstieg verläuft hier doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt.

Mit gravierenden Folgen: 2007 begann der Frühling auf Grönland 14,5 Tage früher als noch vor zehn Jahren. "Grünland" – so nannten die Wikinger die Insel im Mittelalter – ist bereits wieder Realität. Im Süden versuchen sich Bauern inzwischen wieder im Kartoffelanbau. Sollte das Grönlandeis komplett schmelzen – Wissenschaftler sprechen von einem Zeitraum von einigen Jahrhunderten – würde das einen Anstieg des Meeresspiegels um sieben Meter bedeuten. Damit würde sich das Erscheinungsbild der Erde so stark verändern wie seit der Zwischeneiszeit vor 125.000 Jahren nicht mehr.

Der Antarktis-Effekt: Noch größer als der grönländische Eisschild ist der der Antarktis. Und bereits heute fällt das Abschmelzen des südlichen Eisschildes stärker ins Gewicht. Der IPPC hat ermittelt, dass der Anteil des Südschildes beim bisherigen Anstieg dreimal so groß ist. Trotzdem ist er noch wenig erforscht.

Insgesamt schätzt der --> IPCC in seinem jüngsten Bericht, dass der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um bis zu einem Meter steigt – falls nicht endlich mit Klimaschutz begonnen wird. Und der Weltklimarat hat auch gleich skizziert, was das bedeutet: Die Lebensgrundlage von 1,2 Milliarden Menschen wäre bedroht – oder vernichtet.

klimaretter.info-Dossier: Das Meer steigt 

Wikipedia: Meeresspiegelanstieg

Methan

Methan (CH4) ist ein Treibhausgas, das deutlich effektiver, aber zum Glück nicht so häufig wie --> Kohlendioxid (CO2) ist. Rechnerisch hat eine Tonne Methan innerhalb von 100 Jahren in der Atmosphäre dieselbe Wirkung wie 21 bis 25 Tonnen Kohlendioxid. Die Konzentration von Methan in der Atmosphäre hatte ein vorindustrielles Niveau von 715 Milliardstel Volumenanteilen (ppb, parts per billion, Teile pro Milliarde). Bis 2005 ist die Methan-Konzentration auf 1.774 ppb angestiegen, allerdings hat sich die Wachstumsrate im letzten Jahrzent deutlich abgeschwächt. Die natürliche Methan-Konzentration schwankte in den letzten 650.000 Jahren stets zwischen 320 ppb und 790 ppb. 

Methan hat verschiedene anthropogene Quellen: Es entweicht entweder aus den vielen undichten Erdgasleitungen und Bohrlöchern – denn Erdgas besteht im Wesentlichen aus Methan – oder entsteht in anaeroben Fäulnisprozessen, also dort, wo sich Pflanzenreste und Abfälle unter Ausschluss von Sauerstoff zersetzen. Letzteres geschieht zum Beispiel in Restmülldeponien, Reisfeldern, Stauseen und Rindermägen. Größte Methanquelle ist die Landwirtschaft. Allerdings hat die nachhaltige Weidehaltung auch positive Effekte für das Klima. Studien zufolge ist etwa die ganzjährige extensive Weidehaltung von Milchrindern klimafreundlicher als die intensive Stallhaltung.

Wissenschaftler warnen vor dem Auftauen der Permafrostböden in Nordamerika und Sibirien. Dies würde gigantische Mengen Methan freisetzen, die derzeit in der Erde "gefangen" sind.

Wikipedia: Methan

Montreal-Protokoll

Das Montreal-Protokoll ist ein internationales Abkommen zum Schutz der Ozonschicht. Es wurde 1987 verabschiedet und trat 1989 in Kraft.

Durch das Abkommen wurden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) weltweit verboten. Diese Chemikalien führen in der Atmosphäre zu chemischen Prozessen, die die Ozonschicht abbauen. Die Ozonschicht schützt die Erde vor ultravioletten Strahlen (UV-Strahlen) von der Sonne. UV-Strahlen verursachen Hautkrebs.

Das Montreal-Abkommen gilt als einer der größten Erfolge internationaler Umweltpolitik – doch es wird noch einige Jahrzehnte dauern, bis die Ozonschicht sich vollständig regeneriert hat. Die NASA geht davon aus, dass dies erst im Jahr 2060 der Fall sein wird.

 
Wikipedia: Montreal-Protokoll

NIMBY – Not in my backyard

NIMBY steht als englischsprachiges Akronym für Not In My Back Yard (Übersetzung: Nicht in meinem Garten/Hinterhof). Der Begriff stammt aus den USA.

Im Deutschen gibt es als entsprechenden Ausdruck das Sankt-Florians-Prinzip. Der Heilige Florian, Schutzpatron zur Abwendung von Feuer, wurde früher mit den Worten angerufen: Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andre an!

Beide Begriffe bezeichnen heute insbesondere eine Geisteshaltung, die die Vorteile moderner Technik zwar nutzen möchte, aber gleichzeitig im eigenen Umfeld keine daraus resultierenden Nachteile in Kauf nehmen will.

Dies führt unter anderem auch dazu, dass sich umweltschädliche und riskante Industrien in wirtschaftlich schwächeren und dünner besiedelten Gegenden konzentrieren.

OPEC

Die Organisation erdölexportierender Länder (englisch: Organization of the Petroleum Exporting Countries, OPEC), ist ein Ölkartell, dass die fünf wichtigsten Ölfördernationen 1960 gründeten, um die Preise abzusprechen. Die Länder waren Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela.

Heute sind zwölf Länder Mitglied der OPEC. Neben den genannten Gründungsmitgliedern sind das Nigeria, Algerien, Libyen, Angola, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ecuador. Damit steht die OPEC für mehr als 40 Prozent der weltweiten Ölförderung und verfügt wohl über 75 Prozent der weltweiten Ölreserven, ohne Einbeziehung der weltweiten Teersandreserven. Die Mitglieder der OPEC sind an die beschlossenen Förderquoten gebunden.

Sitz der OPEC ist Wien.

Wikipedia: Organisation erdölexportierender Länder

Permafrost

Im Norden Sibiriens, Kanadas und Alaskas sowie auf dem Tibetischen Plateau ist der Boden zum Teil mehrere hundert Meter tief gefroren. Nur die oberen Schichten tauen im Sommer auf, sofern die Lufttemperatur für längere Zeit über den Nullpunkt steigt. Viele Straßen, Häuser und die neue Eisenbahn, die die tibetische Hauptstadt Lhasa seit 2006 mit dem chinesischen Schienennetz verbindet, benutzen den Permafrostboden als Fundament. Taut er auf, können Gebäude zusammenstürzen, Straßen wegrutschen und Eisenbahnbrücken einstürzen.

Wikipedia: Permafrostboden

Photovoltaik, Fotovoltaik

Bei der Photovoltaik wird kurzwellige Strahlungsenergie der Sonne (in der Regel Sonnenlicht) in Strom umgewandelt – während bei der 
Solarthermie die langwellige Strahlungsenergie der Sonne (Wärmestrahlung) in nutzbare thermische Energie (Wärmeenergie) umgewandelt wird. 

Photovoltaik wird schon seit den 1950er Jahren genutzt, schaffte allerdings erst vor einigen Jahren den Durchbruch zu einem internationalen Massenmarkt. 

Für die Photovoltaik werden Halbleitermaterialien verwendet, bisher vor allem das auf der Erde sehr häufige Element Silizium, in dem das Sonnenlicht eine elektrische Spannung erzeugt. Der Wirkungsgrad der kommerziell hergestellten Anlagen liegt gegenwärtig etwa zwischen 8 und 20 Prozent, allerdings sind in den nächsten Jahren weitere Verbesserungen zu erwarten. 

Wikipedia: Photovoltaik

REDD

REDD ist die Abkürzung für Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung. Jährlich werden weltweit 13 Millionen Hektar Wald abgebrannt oder gerodet, das ist viermal die Fläche von Belgien. Die daraus resultierenden Emissionen sind nach dem Energiesektor die zweitgrößte anthropogene Quelle von Kohlendioxid-Emissionen.

Auf der Klimakonferenz auf Bali wurde deshalb 2006 der sogenannte REDD-Prozess gestartet: Über ihn soll ein Mechanismus gefunden werden, der diese Entwicklung stoppt. Die Idee war, dem im Holz gespeicherten Kohlenstoff einen ökonomischen Wert zuzuweisen. Roden würde dann in etwa dasselbe sein wie Geldscheine verbrennen, hoffte man. Der Plan schien auch ökonomisch Sinn zu haben: Der Stern-Report von 2006 legt dar, dass die Drosselung der weltweiten Entwaldung der kostengünstigste Weg ist, die Kohlendioxid-Emissionen zu senken.

Wie immer liegt der Teufel allerdings im Detail: Weil sich die von den Europäern dominierte Klima-Debatte immer nur um den Kyoto-Prozess und sein Nachfolgeregime dreht, kommt REDD nicht vom Fleck. Zwar haben Urwaldländer wie Costa Rica, Indonesien, Papua Neu-Guinea oder Brasilien in den vergangenen Jahren etliche Vorschläge bei der --> Klimarahmenkonvention UNFCCC für die mögliche Ausgestaltung eines REDD-Systems eingereicht. Aber auch sie sind sich nicht einig.

Prinzipiell werden zwei Wege debattiert:

Die Zertifikate-Lösung: Wälder werden in den Emissionshandel, also den Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten, einbezogen. Ein intakter Hektar Wald bekäme auf diese Weise ein Zertifikat, dass an den Weltbörsen gehandelt werden könnte. Das klingt gut und erscheint praktikabel, ist aber höchst umstritten: Was ist zum Beispiel "intakter Wald"? In Australien etwa versteht man unter "Wald" 35 Bäume pro Hektar. Und Teakholzproduzenten sind der Ansicht, dass ihre Plantage in Thailand ebenfalls "intakter Wald" ist. Vor allem aber befürchten die Europäer, dass "Wald-Zertifikate" den Markt überschwemmen und ihren schönen Plan vom "Wir geben Kohlendioxid einen Preis" zunichte machen könnten.

Die Fonds-Lösung: Die Erhaltung des Waldes wird über einen speziellen internationalen Fonds finanziert. Die Bäume könnten dann quasi aufgekauft werden und den Menschen vor Ort ein Auskommen zum Beispiel als Ranger geben. Eine gute Möglichkeit – wenn es eine Verbindlichkeit gäbe. Zum Beispiel einen Beschluss, pro bundesdeutschem Kopf 100 Euro jährlich einzuzahlen, was allein 800 Millionen Euro mobilisieren könnte. Bislang wird aber nur über "freiwillige Fonds" debattiert, und damit haben die Entwicklungsländer keine guten Erfahrungen gemacht: Mit großem Medienrummel übergab auf einer der vergangenen Klimakonferenzen die damalige Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul 40 Millionen Euro zum Waldschutz. Ein Almosen für die Entwicklungsländer: Allein die Berliner Stadtreinigung setzt jährlich das Zehnfache um. 

Als REDD+ wird ein überarbeitetes REDD-Modell bezeichnet, das neben den Waldschutzmaßnahmen auch die CO2-Speicherung über nachhaltigere Waldbewirtschaftungsformen sowie die Verbesserung der Wirtschaftslage der Menschen in den betroffenen Gebieten einbezieht. Außerdem sollen vor allem nicht geschützte Waldgebiete einbezogen werden, die in naher Zukunft von Raubbau betroffen sein könnten.

Bei Nichtregierungsorganisationen sind REDD und REDD+ umstritten. Einige wie der WWF fordern, REDD in das Kyoto-Protokoll aufzunehmen. BirdLife/NABU verlangt, für die Umsetzung von REDD 35 Milliarden US-Dollar bis 2020 zu investieren. Dagegen kritisiert der BUND, dass REDD die weltweite Entwaldung höchstens verlangsamen und den Emissionshandel zum Erliegen bringen wird. Auch das Indigenous Environmental Network, das über 100 indigenen Völker vertritt, lehnt REDD ab, weil die Regierungen der Waldstaaten dabei die Rechte und die enge Bindung der ursprünglichen Bevölkerung an die Wälder einschränken würden.


Wikipedia: REDD

Schiefergas

Schiefergas gehört zur Gruppe der sogenannten --> unkonventionellen Gase, es befindet sich in den Gesteinsporen tiefer geologischer Schichten. Im Gegensatz zu konventionellen Gasvorräten kann Schiefergas nicht einfach angebohrt und gefördert werden. Stattdessen müssen die Gesteinsformationen durch sogenanntes --> "Fracking" zerstört werden, um zu erreichen, dass das Gas herausströmt.

Wikipedia: Schiefergas

Seltene Erden

Seltene Erden sind Metalle, die wegen ihrer besonderen elektrischen, magnetischen und mechanischen Eigenschaften aus der Elektronikindustrie kaum wegzudenken sind. Vorwiegend kommen sie im Autobau zum Einsatz, aber auch für Windkraftanlagen, Katalysatoren und Glasfaserkabel werden sie genutzt.

Zu den Seltenen Erden gehören die Elemente der 3. Gruppe des Periodensystems: Scandium (Ordnungszahl 21), Yttrium (39) und Lanthan (57) sowie die 14 auf das Lanthan folgenden Elemente, die Lanthanoide: Cer (58), Praseodym (59), Neodym (60), Promethium (61), Samarium (62), Europium (63), Gadolinium (64), Terbium (65), Dysprosium (66), Holmium (67), Erbium (68), Thulium (69), Ytterbium (70) und Lutetium (71).

In China lagert zwar nur rund ein Drittel der Welt-Reserven der insgesamt 17 Seltenen Erden, das Land beherrscht aber fast den gesamten Weltmarkt und exportiert pro Jahr 150.000 Tonnen der Metalle. Hoch ist die Nachfrage auch deshalb, weil Peking inzwischen Kontrollen zum Export der Seltenen Erden eingeführt hat und Umweltauflagen verschärfen will. Beim Abbau der Metalle kommt es in der Regel zu schweren Umweltverschmutzungen. Bei der Herstellung fällt häufig radioaktives Thorium als Abfallprodukt an.

Wikipedia: Seltene Erden

Senke

Eine Senke ist in Bezug auf Treibhausgase das Gegenteil von einer Quelle. In der Diskussion über den Klimawandel sind damit vor allem --> Wälder oder Baumplantagen gemeint, die während des Wachstums Kohlendioxd aufnehmen. 

Einige Staaten wollen deshalb, statt Emissionen zu senken, neue Wälder anlegen. Diese Politik ist äußerst umstritten, unter anderem, weil vollkommen unklar ist, welchen langfristigen Effekt neu angepflanzte Bäume auf die Kohlendioxid-Bilanz haben. Umweltschützer befürchten sogar, dass die Regeln einen Anreiz dafür bieten könnten, Urwälder abzuholzen und durch Eukalyptusplantagen zu ersetzen. 

Wikipedia: CO2-Senke

Technologietransfer

Die -->Klimarahmenkonvention sieht vor, dass die Entwicklungsländer vom Norden mit "sauberer" Technologie versorgt werden sollen. Seit der ersten Vertragsstaatenkonferenz 1995 in Berlin geht der Streit um die Ausgestaltung dieser Vorschrift. Die Entwicklungsländer bemängeln regelmäßig, von den Industriestaaten nicht ernst genommen zu werden.

Teersande

Teersande gehören zur Gruppe des ---> "unkonventionellen Erdöls" – dessen Abbau mit höheren finanziellen, energetischen und ökologischen Kosten verbunden ist als die Förderung von konventionellem Rohöl. Der Kohlenwasserstoff-Anteil in den Sanden liegt zwischen einem und 18 Prozent. Deshalb sind im Schnitt ungefähr drei Tonnen dieser Sande notwendig, um ein Barrel Erdöl herauszubekommen. Die Herstellung ist extrem energieintensiv, und weil die meisten Teersande im Tagebau abgebaut werden, ist sie auch extrem umweltschädlich.

Teersande mit einem Kohlenwasserstoffgehalt von unter sechs Prozent abzubauen gilt als unwirtschaftlich. Der weltweit größte Förderer von Teersanden ist Kanada.

Wikipedia: Teersand

Tipping point

Die englischen Begriffe tipping point oder tipping elements stehen in der Klimaforschung für --> Kipp-Elemente.

Treibhauseffekt

Wenn vom Treibhauseffekt die Rede ist, dann ist meist nur der zusätzliche, durch Entwaldung und industrielle Aktivitäten erzeugte gemeint. Es gibt jedoch auch einen natürlichen Treibhausgaseffekt, der dafür sorgt, dass die Erde nicht zum Eisklumpen wird, wie es bereits mindestens einmal in der Erdgeschichte geschehen ist. In der Erdatmosphäre sorgen verschiedene Spurengase dafür, dass die Wärmeabstrahlung des Erdbodens und der Meere nicht direkt in den Weltraum entweichen kann (siehe auch Wärmestrahlung). Sie wird zum Teil von diesen Gasen absorbiert, sodass sich insbesondere die unteren Luftschichten erwärmen. Gäbe es diesen physikalischen Effekt nicht, wäre es auf der Erde um durchschnittlich 33 Grad Celsius kälter. Das wichtigste natürliche Treibhausgas ist der Wasserdampf, eine geringere Rolle spielt das Kohlendioxid, dessen atmosphärische Konzentration vor Beginn der Industrialisierung 280 ppm (Teile pro Million) betrug.

Wikipedia: Treibhauseffekt

Tropischer Wirbelsturm

Taifune, Hurrikane, Zyklone – im Prinzip sind alle drei Wetterphänomene ein und dasselbe: tropische Wirbelstürme. Unterschiedlich ist ihr regional spezifisches Zustandekommen: Taifune entstehen hauptsächlich westlich der Datumsgrenze im Pazifik, Hurrikane im mittelamerikanischen Teil des Atlantiks. Und die Zyklone formieren sich hauptsächlich über dem Indischen Ozean.

Während sich das Zentrum des Sturmsystems nur mit maximal 30 Stundenkilometern bewegt, erreichen die Windgeschwindigkeit im rotierenden Kegel um dieses Zentrum teilweise über 300 Stundenkilometer – und entwickeln so eine enorme Zerstörungskraft.

Durch die Erderwärmung werden diese Wetterphänomene an Intensität zunehmen: Wasser ist ein fantastischer Energiespeicher – und mit zunehmendem Temperaturanstieg kommt immer mehr Wasser ins Spiel. Je wärmer die Temperatur des Ozeans ist, desto mehr Wasser kann verdunsten. Andererseits steigt in der Luft mit zunehmender Temperatur physikalisch die Kapazität, Wasser aufzunehmen. Ergebnis: Je wärmer die Luft wird, desto mehr Energie in Form von Wasser speichert sie – die Wirbelstürme werden heftiger. Und je wärmer Ozeane werden, desto häufiger kann es zu Wirbelstürmen kommen.

"Diese Zusammenhänge sind sehr wahrscheinlich, auch wenn Sie wissenschaftlich noch nicht ganz gesichert sind", erklärt Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), einer der renommiertesten Experten für die Physik der Ozeane. Immerhin halte sie der --> Weltklimarat IPCC genauso für belegt wie der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU), der die Bundesregierung berät.

Kerry Emanuel vom Massachusetts Institute of Technology hat 4.800 Wirbelstürme untersucht, die in den letzten 30 Jahren über verschiedenen Weltregionen wüteten. Sein Befund: Innerhalb dieser Zeit haben sie um mehr als das Doppelte an Wucht gewonnen. Verantwortlich seien die steigenden Temperaturen an der Wasseroberfläche tropischer Ozeane.

Die US-Wetterbehörde NOAA hat per Computer simuliert, welche Richtung die Entwicklung nimmt: Steigen die Kohlendioxidmengen in der Atmosphäre weiter so an, werden die Wirbelstürme 2080 eine halbe Stufe stärker auf der Hurrikan-Skala einzuordnen sein. Fünf Stufen existieren. Gemessen werden diese auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala, die Anfang der 1970er Jahre entwickelt wurde.

Wikipedia: Tropischer Wirbelsturm

Unkonventionelles Erdöl

Als "konventionelles Erdöl" wird solches bezeichnet, dass tatsächlich flüssig in der Erde lagert und dort auch leicht zu fördern ist.

Im Gegensatz dazu steht das "unkonventionelle Erdöl": Teersande, Ölschiefer, Schweröl, Tiefseeöl, Polar-Öl oder Flüssiggas. Der Abbau des "unventionellen Erdöl" ist mit höheren finanziellen, energetischen und ökologischen Kosten verbundene als die Förderung von konventionellem Rohöl.

2007 wurden täglich 85,5 Millionen Barrel gefördert, ein Barrel entspricht einem Fass mit einem Fassungsvermögen von 159 Litern. Größte Fördernationen waren Russland mit knapp 10 Millionen Fass, gefolgt von Saudi-Arabien (9,2 Millionen), den USA (8,5 Millionen), Iran (4,7 Millionen) und China (3,7 Millionen).

Unkonventionelles Gas

Als unkonventionelles Gas werden eine Reihe von besonderen Gasvorkommen bezeichnet. Darunter fällt Schiefergas (engl. shale gas), Kohleflözgas (coal-bed methane), Tight Gas und Methanhydrat (methane calthrate).

--> Schiefergas befindet sich in tiefen geologischen Schichten in Gesteinsporen. Im Gegensatz zu konventionellen Gasvorräten können diese nicht einfach angebohrt und gefördert werden. Stattdessen müssen die Gesteinsformationen durch --> Fracking zerstört werden, um zu erreichen, dass das Gas herausströmt. Dabei werden Chemikalien in den Boden gepumpt und anschließend Sprengungen durchgeführt. Auch für die Förderung von Kohleflözgas und Tight Gas wird auf Fracking gesetzt.

Methanhydrat bezeichnet Gasvorräte, die sich aufgrund des hohen Drucks in flüssiger Form an Meeresgrund befinden. Methanhydrat wird bislang nicht kommerziell gefördert.

Die Förderung dieser unkonventionellen Gasquellen ruft immer mehr Proteste hervor, weil Gesundheits- und Umweltschäden befürchtet werden. Der Dokumentarfilm Gasland zeigt beispielsweise Familien, die in der Nähe von Förderstätten für Schiefergas wohnen und das Wasser aus ihren Leitungen anzünden können.

Wikipedia: Unkonventionelles Erdgas

Versauerung

Etwas weniger als ein Drittel des vom Menschen verursachten Kohlendioxids – circa 30 Prozent – wird vom Wasser der Weltmeere aufgenommen und gespeichert. Diesen Prozess nennt man Versauerung: Das Kohlendioxid senkt den pH-Wert des Wassers, also jenes Maß, dass die säuernde beziehungsweise basische Wirkung einer wässrigen Lösung anzeigt. 

Eine von der britischen Royal Society veröffentlichte Studie beziffert den vorindustriellen pH-Wert des oberflächennahen Meerwassers mit durchschnittlich 8,25. Durch die Versauerung hat sich der pH-Wert auf heute durchschnittlich 8,14 verringert, also um 0,11 Einheiten. 

Die Folgen dieser Versauerung betreffen zunächst Kalkschalen bildende Lebewesen, deren Fähigkeit sich Schutzhüllen zu bauen bei sinkendem pH-Wert immer weiter nachlässt. Weil diese Arten oft die Basis der Nahrungskette in den Ozeanen bilden, können sich daraus weitere schwerwiegende Konsequenzen für die zahlreichen von ihnen abhängigen Meeresbewohner ergeben.

Was allerdings noch nicht die schlimmste Folge der globalen Kohlendioxid-Krise sein dürfte: Die Folgen der Versauerung der Weltmeere gehören zu den am wenigsten erforschten Klimaproblemen.

Wikipedia: Versauerung der Meere

Wälder

In Europa und Nordamerika sind im Spätmittelalter bzw. in der frühen Neuzeit große Waldflächen abgeholzt worden. Heute setzt sich die Entwaldung in einigen Entwicklungsländern wie Indonesien, Brasilien und in Zentralafrika fort. 

Neben vielen anderen ökologischen Problemen hat die Entwaldung auch Auswirkungen auf die Kohlendioxid-Konzentration der Atmosphäre. Bei Verbrennung und Verrottung von Holz wird das Treibhausgas freigesetzt. Wächst nicht im gleichen Maße Holz nach, führt dieser Prozess wie auch die Verbrennung fossiler Energieträger zu einer Anreicherung des Kohlendioxid in der Atmosphäre. 

Ungewiss ist, wie sich die Wälder in einem veränderten Klima verhalten werden. Geraten sie durch Trockenheit oder zu schnelle Verschiebung der Klimazonen unter Stress, so ist zu erwarten, dass die Biomasse abnimmt und zusätzliches Kohlendioxid freigesetzt wird. Ebenso hat sich bereits in Experimenten gezeigt, dass höhere Kohlendioxid-Konzentrationen in der Luft und höhere Temperaturen die Zersetzung des organischen Materials im Boden durch Bakterien und Pilze beschleunigen. Dadurch könnte der Waldboden zu einer zusätzlichen Kohlendioxid-Quelle werden. Andererseits wird unter ansonsten nicht allzu ungünstigen Bedingungen ein höherer Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre einen Düngeeffekt auf die Wälder haben. Das Wachstum wird beschleunigt, wodurch der Luft mehr Kohlendioxid entnommen wird. Welcher Effekt überwiegen wird, ist offen und Gegenstand teils hitziger wissenschaftlicher Debatten.  

Siehe auch --> Senke

Windenergie

Ein Windrad treibt ganz wie die Turbine eines thermischen Kraftwerks oder die Motorwelle in einem Notstromaggregat einen Generator an. Der besteht im wesentlichen aus einer Leiterspule, die in einem Magnetfeld gedreht wird, das dadurch einen elektrischen Strom induziert.

Der Unterschied besteht darin, dass die Antriebsenergie nicht aus fossilen Brennstoffen, sondern aus der Windkraft kommt.

Wikipedia: Windkraftanlage

Yasuní-ITT-Initiative

Mit der Yasuní-ITT-Initiative hat Ecuador 2007 ein weltweit einmaliges Tauschgeschäft vorgeschlagen: Das südamerikanische Land verpflichtet sich, auf die Förderung von Erdöl im Yasuní-Nationalpark zugunsten der Natur, des Klimas und der dort lebenden indigenen Bevölkerung zu verzichten. Im Gegenzug zahlt die internationale Gemeinschaft als Ausdruck ihrer "Mitverantwortung" 20 Jahre lang die Hälfte der erwarteten Deviseneinkünfte in einen Kompensationsfonds ein – insgesamt rund 3,6 Milliarden US-Dollar. Damit soll dem von Erdölexporten abhängigen Land eine alternative Entwicklung ermöglicht werden.

Das freiwillig eingezahlte Geld wird beim UN-Entwicklungsprogramm UNDP hinterlegt. Dort kann man auch den aktuellen Stand einsehen.

Allerdings hat Ecuador bisher nur einen geringen Teil der veranschlagten 100 Millionen Dollar erhalten. Auch Deutschland ist – anders als einmal beschlossen – Zahlungsverweigerer. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) begründete die Absage damit, dass die Yasuní-Initiative ein Vorbild für andere Staaten mit ähnlichen Ambitionen sein könnte. Wenn ein solcher Fonds erst einmal eingerichtet sei, könne man gleichartigen Projekten die Unterstützung nicht mehr verweigern.

Angesichts solcher Hinhaltetaktik drängt Ecuadors Präsident Rafael Correa immer stärker auf eine Lösung: Wenn nicht genügend Geld für die Yasuní-Initiative zur Verfügung steht, will die Regierung das Gebiet Ishpingo-Tambococha-Tiputini (ITT) zum Bohren nach Öl freigeben.

 
Wikipedia: Yasuní-ITT-Initiative

Zwei-Grad-Ziel

Das Zwei-Grad-Ziel ist eine politische Festsetzung nach wissenschaftlichem Sachstand des Weltklimarates über die wahrscheinlichen Folgen des Klimawandels. Das Zwei-Grad-Ziel beschreibt den Vorsatz, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Jenseits dessen drohen nach den Erkenntnissen der Klimaforschung sogenannte  --> Kipp-Elemente. Nach deren Eintreten wären die Folgen des Klimawandels unabsehbar und teilweise unumkehrbar.

Erstmals in einen politischen Prozess eingeflossen ist das Zwei-Grad-Ziel durch den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WGBU). Der WBGU befürwortete die Zwei-Grad-Grenze 1995 in einem Gutachten, woraufhin sie dann von der Politik übernommen und zum Ziel der europäischen Klimaschutzpolitik gemacht wurde.

2009 einigten sich auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen die Delegierten auf den Copenhagen Accord. Dieser war jedoch kein völkerrechtlich bindender Beschluss, sondern wurde erst ein Jahr später auf der UN-Klimakonferenz 2010 in Cancún anerkannt und verabschiedet. Kritisiert wurde dieser Beschluss von Bolivien als Vertreter der Alba-Länder sowie von der Alliance of Small Island States (AOSIS). Diese Länder fordern aus unterschiedlichen Gründen eine Grenze von 1,5 Grad. Heute gibt es in der wissenschaftlichen Debatte Zweifel, ob selbst das Zwei-Grad-Ziel noch einzuhalten sei.

Um das Zwei-Grad-Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent zu erreichen, dürfte die Treibhausgas-Konzentration in der Athmosphäre 450 parts per million (ppm) nicht überschreiten. Die momentane Entwicklung ist jedoch gegenläufig.

Bildungsserver: 2-Grad-Ziel
Wikipedia: Zwei-Grad-Ziel

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